Sonntag, 26. Februar 2017

"Heart. Beat. Love." von James Patterson & Emily Raymond


"Heart. Beat. Love." von James Patterson & Emily Raymond

Verlag: dtv (2015)
Format: HC, 317 Seiten
ISBN: 978-3-423-76107-9
Preis: 10,00 € [D] 
Originaltitel: First Love (2014)
Aus dem amerikanischen Englisch von Stephanie Singh

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Inhalt


Scheinbar aus heiterem Himmel schlägt Axi ihrem besten Freund Robinson einen Trip quer durch die USA vor. Robinson macht mit und verwandelt die Reise in ein verwegenes Abenteuer: Statt mit dem Greyhoundbus düsen die beiden auf einer geklauten Harley los. Sie übernachten unter freiem Himmel und schwimmen in Privatpools – und immer wieder fragt sich Axi, wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch eines Morgens holt sie das Schicksal ein und es wird ihnen klar, dass sie sich vom ersten Augenblick geliebt haben und jeden einzelnen Moment des Glücks, der ihnen bleibt, auskosten wollen ... (Quelle)


Meine Meinung


Ich hatte diesen Roman aus der Bücherei ausgeliehen und mich unglaublich auf die Lektüre gefreut. Ganz im Sinne von Road Trip-Romanen erwartete ich den Geruch nach staubigen Landschraften, Sommerhitze auf der Haut und das Gefühl von Freiheit zwischen den Seiten. Dazu noch eine zarte Romanze zwischen zwei Teenagern, deren Liebe unter keinem guten Stern steht, wie der Klappentext verrät. Doch ich wurde schwer enttäuscht.

Kurz gesagt: die Idee ist gut, die Umsetzung sehr schwach. Die Erzählungen über die Abenteuer der Teenager Axi und Robinson sind viel zu knapp und unausgeschmückt. Dies allerdings nicht im Sinne von "man kan sich seinen Teil denken" sondern tatsächlich unbefriedigend lückenhaft. Hier denke ich besonders an die Frage, wie Robinson es schafft, sich auf eine Party der High Society zu schleusen oder daran, dass riesige Streckenabschnitte wie der von Colorado nach Michigan mit kaum einem Wort erwähnt werden. Die Reise und die Fahrt durch Niemandsland ist doch eigentlich das interessante an einem solchen Road Trip, oder nicht? Zudem erschienen mir viele Erlebnisse leider absolut realitätsfern und unrealistisch. Natürlich könnte Patterson mit diesen Stilmitteln versucht haben darzustellen, an was wir uns bei solchen Abenteuern wirklich erinnern, was hängen bleibt und wie wir das später zu Papier bringen. Doch für einen Roman dieser Art ist mir das einfach zu wenig.

Leider hat sich ebenfalls schnell herausgestellt, dass die schöne Idee mit den integrierten Fotografien, die mich besonders angezogen hat, nur mangelhaft umgesetzt wurde: Die Fotos passen oft nicht zum Text. Eine bemalte Glaskugel ist nun mal kein Prisma-Kristall, und wenn neben der Beschreibung einer dreistöckigen viktorianischen Villa das Foto eines schlichten zweistöckigen Hauses abgebildet ist, fragt man sich auch, was das soll. Wenn schon Bilder, dann doch solche, die auch passen, oder?

Insgesamt schien es mir, als würde der doch etwas ältere Autor Klischees und vermeintlich typische Situationen von Teenager-Ausreißer-Geschichten nutzen um darüber hinwegzutäuschen, dass er doch schon einige Jahrzehnte von der Teenager-Generation entfernt ist. Auch die jüngere Koautorin konnte hier keinen frischen Wind hinein bringen. Weder mit Axi noch mit Robinson konnte ich warm werden und die doch recht tragische Geschichte berührte mich kaum, was mir irgendwie Leid tat, da Patterson mit diesem Roman einer früheren Liebe gedenkt, wie in der Widmung geschrieben steht. Hierin zeigt sich übrigens auch, dass man Patterson nicht vorwerfen kann, mit seiner Story an den Erfolg von Das Schicksal ist ein mieser Verräter anknüpfen zu wollen - ein Verdacht, der mir ehrlich gesagt recht schnell kam. Laut Patterson kam ihm die Idee jedoch schon vor der Veröffentlich von Greens Roman und fußt, wie gesagt, auf eigenen Erinnerungen.

Ihr seht, meine Enttäuschung ist groß. Ich kann das Buch leider gar nicht empfehlen und vergebe 2 von 5 Wolken. Sehr schade, doch es gibt viele Bücher, die die verarbeiteten Thematiken besser umgesetzt haben.

"Angstmädchen" von Jenny Milewski


"Angstmädchen" von Jenny Milewski

Verlag: Heyne (2017)
Format: TB, 333 Seiten
ISBN: 978-3-453-43880-4
Preis: 13,99 € [D] 
Originaltitel: Yuko (2015)
Aus dem Schwedischen von Max Stadler

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Klappentext


Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht … (Quelle)


Meine Meinung


Erst letztes Jahr habe ich angefangen, mich etwas mehr für Thriller zu interessieren. Nach einem eher ruhigen Roman wollte ich es dann mit etwas Anderem probieren und wurde kurz darauf auf Angstmädchen aufmerksam. Der Klappentext klang wie die Kurzbeschreibung eines Horrorfilms, was auch den Ausschlag dazu gab, das Buch zu lesen.

Angstmädchen liest sich leicht und schnell. Nach einem dramatischen Prolog wird man in die Handlung hineingeworfen und muss sich gemeinsam mit der Protagonistin Malin im Studentenwohnheim einleben. Sie trifft dabei auf übliche Schwierigkeiten wie Rivalitäten mit und unter den Mitbewohnern, doch schnell sind es auch ungewöhnliche Dinge, die Malins Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Schuhe, die im Gang durcheinander geworfen wurden, Haarbüschel in ihrer Badewanne, die nicht von ihr stammen können, Wasser auf dem Boden, das verschwunden ist, sobald sie das Licht anknipst... Kenner des Genres in Literatur und Film werden die Anzeichen schnell erkannt haben: Malin hat es mit etwas Übernatürlichem zu tun.

Natürlich beginnt sie, Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf den tragischen Tod des Mädchens, das vor ihr in dem Zimmer gewohnt hat: Yuko. Doch was will der Geist von ihr? Soll sie ihren Tod aufklären? Die Zeichen sprechen dafür, doch als sich der Spuk nach und nach auch auf ihre Mitbewohner ausweitet, beginnt Malin zu ahnen, dass es nicht so leicht werden wird, Yukos Geist loszuwerden.

Milewskis Schreibstil ist angenehm locker und passt sehr gut zu dem Studentenleben der Figuren. Inhaltlich spielt sie mit den typischen Stilmitteln des Genres, was in diesem Fall leider auch eine ganze Reihe ausgelutschter Horror-Elemente mit sich bringt: überflutete Badezimmer, mysteriöse Tagebücher, von alleine zufallende Türen und so weiter. Hier hätte ich mir etwas mehr Innovation gewünscht. Auch, dass der Prolog bereits viel über das Ende aussagt, hat mich gestört und dem Roman einiges an Spannung genommen. Dennoch habe ich Angstmädchen gerne gelesen und ich habe mich stellenweise schon ein wenig unwohl gefühlt. Wirklich gegruselt habe ich mich jedoch nicht, dafür habe ich wohl einfach schon zu viele Filme dieser Art gesehen und blutigere Horrorromane gelesen. Es war jedoch eine schöne Erfahrung, eine solche Geschichte, die ich von der Art her bisher nur aus Filmen kannte, einmal zu lesen und mir die gruseligen Momente selbst vorstellen zu müssen.

Da mir buchige Vergleiche in diesem Genre fehlen möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich Angstmädchen von der Atmosphäre und den Charakteren her als eine Mischung aus den Filmen Ring und Unfriend empfand. Wer diese Filme mochte, wird sicherlich auch mit diesem Buch etwas anfangen können. 

Ich selbst habe es schnell gelesen und noch einige Zeit düber die Figuren nachdedacht, doch insgesamt hat mich der Roman nur mäßig überzeugt. Er ist etwas Nettes für zwischendurch, doch ich denke, dass es in der Welt der Thriller und Horrorromane noch Spannenderes zu entdecken gibt. Ich vergebe daher gute 3 von 5 Wolken und danke dem Bloggerportal und dem Verlag sehr für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Dienstag, 7. Februar 2017

"Lamantin. Aufbruch ins Ungewisse" von Markus J. Beyer


"Lamantin. Aufbruch ins Ungewisse" von Markus J. Beyer

Verlag: familia (2016)
Format: HC, 245 Seiten
ISBN: 978-3-943987-78-2
Preis: 12,95 € [D] 

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Inhalt


Der zwölfjährige Thilo ist ein lebhafter und wissbegieriger Junge. Selbst der Rollstuhl, der seit einem schweren Unfall sein Leben beherrscht, kann daran nichts ändern. Thilo träumt davon, ein großer Entdecker zu werden. Seine größte Entdeckung macht er allerdings in einem Naturalienkabinett. Dort bezaubert ihn ein seltsames Wesen mit seinem plätschernden Gesang. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Bindung und Thilo tauft das Meermädchen auf den Namen Undine. Doch auch eine tiefe Traurigkeit nimmt in Undines Nähe von Thilo Besitz. Schnell ist klar – das Meerwesen wird sterben, wenn es nicht bald zurück ins Meer gelangt. Zusammen mit dem technikbegeisterten Paul schmiedet Thilo einen waghalsigen Plan, der Undines Leben retten soll. Doch die beiden sind nicht die Einzigen, die Interesse an dem wundersamen Meerwesen zeigen. (Quelle)


Meine Meinung


Dieses Buch wurde mir Ende letzten Jahres vom Familia-Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Ich lese Jugendbücher für diese Altersgruppe (ab 10 Jahren) eher selten, doch dieses hier hat mich aufgrund verschiedener Punkte angesprochen und schließlich auch überzeugt.

Der erste Punkt, der bereits mit dem Cover ins Auge springt, ist Diversität. Thilo ist nach einem Unfall gelähmt und sitzt im Rollstuhl, dennoch kann er Abenteuer erleben und ein Held sein. Eine wichtige Botschaft für Kinder dieser Altersgruppe, die sie sowohl auf sich selbst und eventuelle Handicaps als auch auf Menschen in ihrer Umgebung übertragen können.

Der zweite Punkt ist die Tierschutzthematik und die Problematik der "artgerechten Tierhaltung", die den jungen Lesern in diesem Buch nahegebracht wird. Ist es richtig, ein wildes Tier nur zum Vernügen oder wegen der Profitgier der Menschen aus ihrem natürlichen Umfeld zu reißen? Wie geht es den Tieren, wenn sie eingesperrt sind? Thilo kommt zu dem Schluss, dass es der Seekuh Undine in ihrem Aquarium alles andere als gut geht und er fasst den waghalsigen Entschluss, sie zu befreien.

Hier kommen weitere spannende Punkte ins Spiel: Naturwissenschaft, Forschung und (historische) Technik. Gemeinsam mit Thilo erfahren wir mehr über Darwins Lehren und Marco Polos Entdeckungen. Wir lesen von den ersten Automobilen und Gottlieb Daimler, und sogar Politik und Geographie werden angeschnitten, wenn wir Thilo auf seiner Reise von Stuttgart über die Alpen bis nach Italien begleiten und erfahren, wie es sein kann, dass die Alpen einmal "unter Wasser standen". Zudem ist das Ganze keine entspannte Kaffeefahrt, sondern ein gefährliches Unterfangen, bei dem nicht nur das Leben Undines auf dem Spiel steht. Denn der Käufer von Undine will sein Hab und Gut natürlich zurück und hetzt Thilo und seinen Freunden skrupellose Detektive auf den Hals...

Insgesamt dominieren in diesem Buch zwar die männlichen Figuren, was schade ist, doch Beyer hat versucht, mit einer wichtigen Schlüsselfigur zumindest ein wenig geschlechtliches Gleichgewicht in die Geschichte zu bringen. Die adlige Dame Celestina pfeifft auf Konventionen. Sie studierte Meereszoologie, "und das zu einer Zeit, als das Studieren für Frauen noch sehr schwierig, an manchen Universitäten sogar unmöglich war." (S. 176). Sie baute einen Saal ihres Anwesens zu einem Aquarium um, und sie besitzt einen Heißluftballon, der eine wesentliche Rolle in der Rettung Undines spielt.

Trotz des geschlechtlichen Ungleichgewichts halte ich das Buch sowohl für Jungen als auch für Mädchen geeignet, denn Thilo ist eine eher neutrale Heldenfigur und nicht mit stereotypen Merkmalen belastet. Außerdem vertritt Celestina, wie bereits gesagt, ein starkes und unabhängiges Frauenbild. Es ist zudem unglaublich, wie viel Wissen so nebenbei in dieses kleine Buch gepackt worden ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es junge Leser dazu animiert, sich mit dem einen oder anderen Thema näher zu befassen, oder dass der ein oder andere nach der Lektüre Zoologe, Forscher oder Abenteurer werden möchte.

Ich vergebe 4 von 5 Wolken und hoffe, dass dieses Buch noch viele Kinder und vielleicht sogar Erwachsene begeistern wird. Ein großes Dankeschön an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Montag, 30. Januar 2017

"Die Herren von Winterfell" von George R.R. Martin


"Die Herren von Winterfell" von George R.R. Martin

Verlag: Blanvalet (2010)
Format: TB, 571 Seiten
ISBN: 978-3-442-26774-3
Preis: 15,00 € [D] 
Originaltitel: A Game of Thrones (1996)
Ins Deutsche übertragen von Jörg Ingwersen

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Inhalt


Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab! (Quelle)


Meine Meinung


Ist es denn zu glauben? Das Lied von Eis und Feuer. Die Herren von Winterfell ist das erste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe, und damit bin ich mit meinen Rezensionen endlich im Jahr 2017 angekommen! *lach*

Der Wunsch, diese Romanreihe zu beginnen, ergab sich - wie wohl bei so vielen - durch die Serie, die ich Ende letzen Jahres zu schauen angefangen habe. Bisher hat mich Game of Thrones nie wirklich gereizt, aber ich muss sagen, dass ich mittlerweile gut verstehen kann, wieso die Serie so beliebt geworden ist. Da die Bücher aber bekanntlich meist besser sind als die Verfilmungen wollte ich unbedingt die Romanvorlage dazu lesen, was mich allerdings zunächst vor die Frage stellte, zu welcher Ausgabe ich greifen sollte.

Ich habe mir die Leseprobe der englischen Originalversion auf meinen Kindle schicken lassen und mich daran versucht. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass ich mit meinem Englisch lange nicht alles würde erfassen können (was ich bei Roman im allgemeinen und bei Fantasy im Besonderen überhaupt nicht leiden kann) und bei einem Roman dieses Umfangs wohl auch mehrere Monate brauchen würde. Ich liebäugelte dann kurz mit der ersten deutschen Übersetzung, da hier wohl ein Großteil der Namen in der Originalform übernommen wurden. Dann stellte sich jedoch heraus, dass es nicht alle Romane in der "alten" Übersetzung gibt und dass in der hiesigen Bücherei nur die neue Übersetzung zu haben ist. Damit war der Entschluss gefallen und ich muss sagen, dass ich die aktuelle Ausgabe recht gelungen finde. Gut, die Namen hätte man wirklich im Original belassen können und ich fragte mich oft, wie einige Eindeutschungen zustande gekommen sind. Wie wird denn bitte aus King's Landing der Name Königsmund? Aber da ich die Namen und Orte so auch schon aus der Serie kannte, kam ich ganz gut damit zurecht.

Blanvalet teilte die Originalbände auf jeweils zwei deutsche Romane auf. Somit gibt es derzeit zehn Bücher, während im Englischen nur fünf existieren. Ich könnte jetzt von Abzocke und Geldmacherei sprechen, aber da ich die Romane leihe und nicht kaufe, ist mir das momentan relativ egal. Ich finde es außerdem gar nicht schlecht, da die Büchr so schmaler und handlicher sind - so dicke Wälzer schrecken mich meistens doch eher ab.

Der erste Band reicht bis zu etwa Dreiviertel der ersten Serienstaffel und ich bin sehr froh, ihn gelesen zu haben. Obwohl sich zumindest die erste Staffel sehr genau an die Romanvorlage hält, kann doch lange nicht alles filmisch dargestellt werden, was sich im Buch abspielt. Ich hatte häufig Aha-Momente, als sich Zusammenhänge, die in der Serie nicht ganz schlüssig waren oder gar nicht erwähnt wurden, dank der Lektüre plötzlich aufklärten. Außerdem waren die Listen der Mitglieder der verschiedenen Häuser hinten im Buch sehr hilfreich, ebenso wie die Karte, auf der ich einige Wege in Ruhe nachvollziehen konnte. Anderes kam im Vergleich zur Serie hingegen zu kurz, zum Beispiel die zarte Romanze zwischen Daenerys und Khal Drogo, die in der Serie wohl der Zuschauer wegen aufgebauscht wurde.

Die Kapitel beleuchten abwechselnd verschiedene Charaktere, wodurch jeweils gute Einblicke in die jeweiligen Personen gewährt wird. Dadurch lernt man diese zwangsläufig besser kennen als in der Serie. Außerdem ist dies eine gute Möglichkeit, wenn man häufig zwischen verschiedenen Orten springt, so wie es bei Martin der Fall ist. Im Gegensatz zu anderen Romanen dieser Art fand ich mich hier auch immer wieder sehr schnell in den jeweiligen Handlungsstrang ein, denn Martin holt seine Leser stets dort ab, wo sie zurückgelassen wurden, beziehungsweise nimmt sie am Anfang eines Kapitels mit zu einem neuen Erzählabschnitt. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass die Kapitel nicht immer mit lästigen Cliffhangern enden, was einen großen Pluspunkt gibt.

Inhaltlich kann und möchte ich gar nicht allzu viel sagen. Nur, dass es immer spannend ist, dass nichts vorhersehbar ist und dass es jeder Figur in jeder Sekunde an den Kragen gehen kann. Ein durch und durch gelungener Auftakt zu einem Fantasy-Epos, der seinesgleichen sucht. Ich vergebe volle 5 von 5 Wolken und empfehle die Lektüre ausnahmslos jedem Fan der Serie. Der zweite Band steht bei mir übrigend schon in den Startlöchern ;)

"Eine wundersame Weihnachtsreise" von Corina Bomann


"Eine wundersame Weihnachtsreise" von Corina Bomann

Verlag: Ullstein (2015)
Format: TB, 236 Seiten
ISBN: 978-3-548-28774-4
Preis: 9,99 € [D] 

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Inhalt


Es ist seit langem das erste Weihnachten, das Anna wieder mit ihrer Familie verbringen möchte. Doch die Reise gerät zu einer Odyssee, als sie im Zug einschläft und viele Kilometer von ihrem Zielort entfernt strandet. Sie hat kaum Geld dabei und der Akku ihres Handys ist leer. Wie soll sie es nur rechtzeitig bis Heilig Abend nach Hause schaffen? Zum Glück begegnet Anna vielen hilfsbereiten Menschen, die ihr helfen, wie einem mürrischen Schneepflugfahrer, drei flippigen alten Damen und einem Haufen Hippies. Und Anna, die Weihnachten bisher nicht ausstehen konnte, spürt, dass das Fest sie doch irgendwie alle verbindet.


Meine Meinung


Ja, Asche auf mein Haupt - die Rezension dieses Romans kommt viel zu spät bzw. zu früh im Jahr, denn es handelt sich, wie der Titel schon sagt, um einen Winter-Weihnachts-Roman. Ich habe ihn auch an Weihnachten gelesen, doch es standen so viele Rezensionen Schlange, dass ich leider erst jetzt die Zeit finde, meine Eindrücke mit euch zu teilen. Vielleicht kommt der Roman aber ja auf eure Leseliste für nächstes Weihnachten.

Die Romanidee ist fast schon klassisch: Jemand, der Weihnachten nicht mag, ändert dank wundersamer Umstände doch seine Meinung und weiß das Fest der Liebe schließlich zu schätzen. Als wundersam empfindet Anna die Umstände zunächst jedoch überhaupt nicht, als sie im Zug einschläft und erst an der Endstation, viele Kilometer von ihrem Ziel entfernt, wieder aufwacht.

Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie sie sich fühlt: müde und genervt darüber, dass ihre Pläne über den Haufen geworfen wurden. Zu allem Überfluss verabschiedet sich dann auch noch ihr Handyakku. Sie scheint von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten;. Oft scheint ihr Ziel zum Greifen nahe, doch dann kommt wieder etwas dazwischen und wirft sie zurück. Und so dachte ich bei jeder neuen Mitfahrgelegenheit "Na, wird es diesmal klappen?". Das machte das Buch zu einem richtigen Pageturner.

Mir hat es sehr gefallen, wie viele hilfsbereite Menschen Anna auf ihrer Reise trifft und welch unterschiedliche Bedeutung Weihnachten für jeden von ihnen hat. Einige müssen arbeiten und sind weit weg von ihrer Familie, andere sind wie sie selbst auf dem Weg nach Hause. Am liebsten mochte ich die drei schrulligen alten Damen, denen sie in einer Raststätte begegnet und deren Erinnerungen dem Roman Tiefe verleihen und den Leser ein Stück weit in die Vergangenheit versetzen. Auch die Ansichten der drei Damen über das Altersheim und das Leben älterer Menschen allgemein sind klug gewitzt - ihnen würde ich auch gerne einmal an einem Autobahnrasthof begegnen.

Als Anna schließlich bei ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrem Stiefbruder ankommt - ich halte dies nicht für einen Spoiler, denn was wäre das für ein Weihnachtsbuch, wenn das Fest nicht stattfinden würde? - hat sich einiges in ihr verändert. Sie hat den Wert von Familie zu schätzen gelernt und sieht einiges mit anderen Augen. Und außerdem ist da noch die Aussicht auf eine kleine Romanze...

Ich habe den Roman sehr gerne und schnell gelesen. Er hat mich an die vielen lieben Menschen erinnert, die mir in zahlreichen Situationen auf meinen Reisen geholfen haben, sowie daran, wie schön Weihnachten sein kann, wenn man es nicht unter dem Blickpunkt unserer Konsumgesellschaft betrachtet, sondern einfach als eine Gelegenheit, Zeit mit denen zu verbringen, die wir lieben. Ich vergebe 4 von 5 Wolken und empfehle euch das Buch wärmstens für nächste Weihnachten ;)